Aktueller Preis
0.1261 €/kWh
09:00 - 09:15
Mindestpreis
0.0433 €/kWh
23:45 - 00:00
Durchschnittlicher Preis
0.0916 €/kWh
00:00 - 24:00
Maximaler Preis
0.1360 €/kWh
08:00 - 08:15

Strompreise - Deutschland

Diese Tabelle/dieses Diagramm zeigt die Preise der EPEX Spotbörse für die Gebotszone Deutschland im Day-Ahead-Markt, angegeben in lokaler Zeit (Europe/Berlin)
Zeitraum €/kWh
00:00 - 00:15 0.0773
00:15 - 00:30 0.0715
00:30 - 00:45 0.0719
00:45 - 01:00 0.0741
01:00 - 01:15 0.0712
01:15 - 01:30 0.0716
01:30 - 01:45 0.0740
01:45 - 02:00 0.0744
02:00 - 02:15 0.0703
02:15 - 02:30 0.0717
02:30 - 02:45 0.0733
02:45 - 03:00 0.0796
03:00 - 03:15 0.0723
03:15 - 03:30 0.0729
03:30 - 03:45 0.0759
03:45 - 04:00 0.0783
04:00 - 04:15 0.0687
04:15 - 04:30 0.0721
04:30 - 04:45 0.0758
04:45 - 05:00 0.0783
05:00 - 05:15 0.0613
05:15 - 05:30 0.0701
05:30 - 05:45 0.0824
05:45 - 06:00 0.1070
06:00 - 06:15 0.0742
06:15 - 06:30 0.0982
06:30 - 06:45 0.1110
06:45 - 07:00 0.1120
07:00 - 07:15 0.0940
07:15 - 07:30 0.1026
07:30 - 07:45 0.1085
07:45 - 08:00 0.1180
08:00 - 08:15 0.1360
08:15 - 08:30 0.1336
08:30 - 08:45 0.1298
08:45 - 09:00 0.1196
09:00 - 09:15 0.1261
09:15 - 09:30 0.1115
09:30 - 09:45 0.1077
09:45 - 10:00 0.1001
10:00 - 10:15 0.1075
10:15 - 10:30 0.1027
10:30 - 10:45 0.1022
10:45 - 11:00 0.0998
11:00 - 11:15 0.1054
11:15 - 11:30 0.1039
11:30 - 11:45 0.1032
11:45 - 12:00 0.1009
12:00 - 12:15 0.0992
12:15 - 12:30 0.0960
12:30 - 12:45 0.0979
12:45 - 13:00 0.0982
13:00 - 13:15 0.0993
13:15 - 13:30 0.0998
13:30 - 13:45 0.1020
13:45 - 14:00 0.1034
14:00 - 14:15 0.0917
14:15 - 14:30 0.0993
14:30 - 14:45 0.1040
14:45 - 15:00 0.1058
15:00 - 15:15 0.1043
15:15 - 15:30 0.1087
15:30 - 15:45 0.1166
15:45 - 16:00 0.1139
16:00 - 16:15 0.1055
16:15 - 16:30 0.1108
16:30 - 16:45 0.1100
16:45 - 17:00 0.1070
17:00 - 17:15 0.1052
17:15 - 17:30 0.1048
17:30 - 17:45 0.1063
17:45 - 18:00 0.1021
18:00 - 18:15 0.1017
18:15 - 18:30 0.0977
18:30 - 18:45 0.1019
18:45 - 19:00 0.0864
19:00 - 19:15 0.0959
19:15 - 19:30 0.0867
19:30 - 19:45 0.0811
19:45 - 20:00 0.0768
20:00 - 20:15 0.0961
20:15 - 20:30 0.0830
20:30 - 20:45 0.0796
20:45 - 21:00 0.0761
21:00 - 21:15 0.0935
21:15 - 21:30 0.0812
21:30 - 21:45 0.0758
21:45 - 22:00 0.0670
22:00 - 22:15 0.0825
22:15 - 22:30 0.0779
22:30 - 22:45 0.0699
22:45 - 23:00 0.0631
23:00 - 23:15 0.0666
23:15 - 23:30 0.0591
23:30 - 23:45 0.0526
23:45 - 00:00 0.0433


Deutschlands sich wandelnder Strommarkt

Deutschlands Energiesektor befindet sich im rasanten Wandel – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit der endgültigen Abschaltung der Atomkraftwerke im Jahr 2023 und dem kometenhaften Aufstieg der erneuerbaren Energien steuert das Land entschlossen in eine CO₂-arme Zukunft. Werfen wir einen Blick darauf, was diesen Wandel antreibt und was er für Haushalte, Unternehmen und den Energiemarkt bedeutet.

☀️ Von Kohle zu sauber: Ein Wandel der Energiequellen

2023 war ein historisches Jahr: Deutschland verabschiedete sich endgültig von der Kernenergie. An ihre Stelle treten nun erneuerbare Energien wie Wind- und Solarstrom. Bis 2024 stammten über 60 % der öffentlichen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen – angeführt von der Windkraft (vor allem an Land), gefolgt vom rasanten Wachstum der Solarenergie.

Doch ganz ohne fossile Brennstoffe geht es noch nicht. Braunkohle und Steinkohle spielen weiterhin eine Rolle, auch wenn ihr Anteil stetig sinkt. Gaskraftwerke dienen weiterhin als Reserve, insbesondere für industrielle Anforderungen. Die große Entwicklung? Batteriespeicher gewinnen an Bedeutung – ein Zeichen für die Stabilisierung des Netzes in einer von Wind und Sonne dominierten Zukunft.

💸 Warum ist Strom immer noch so teuer?

Trotz des Wachstums günstigerer erneuerbarer Energien zahlen deutsche Haushalte weiterhin hohe Strompreise. Warum? Weil sich der Endpreis nicht nur aus den Erzeugungskosten zusammensetzt. Auch Netzentgelte, Steuern und Abgaben spielen eine große Rolle.

Im Jahr 2025 setzt sich der Strompreis für einen durchschnittlichen Haushalt so zusammen:

  • ~40 % für den Strom selbst
  • ~27 % für Netzentgelte
  • ~33 % für Steuern und Abgaben

Unternehmen – vor allem große Industrieunternehmen – zahlen oft weniger dank Steuervergünstigungen und reduzierter Abgaben. Doch selbst sie sind nicht vor steigenden Beschaffungskosten und Marktschwankungen gefeit.

⚡ Die große Veränderung 2025: Hallo dynamische Tarife

2025 kommt ein echter Game-Changer: Alle Stromanbieter in Deutschland müssen dynamische Stromtarife anbieten. Diese Preise schwanken im Tagesverlauf und sollen Verbraucher dazu animieren, Strom dann zu nutzen, wenn er am günstigsten (und am grünsten) ist. Der Haken? Man braucht einen Smart Meter.

Smart Meter werden derzeit landesweit eingeführt. Bis Ende 2025 sollen mindestens 20 % der Haushalte mit einem Jahresverbrauch von über 6.000 kWh ein solches Gerät installiert haben. Ziel ist ein flexiblerer Verbrauch, eine Entlastung der Spitzenlastzeiten und eine bessere Integration erneuerbarer Energien ins Netz.

🔌 Wer geht voran?

Große Anbieter wie E.ON, Vattenfall, RWE und Greenpeace Energy bieten bereits dynamische Tarife an. Auch technologieorientierte Start-ups wie enjoyelec und aedifion steigen ein und entwickeln smarte Lösungen, um Verbrauchern und Unternehmen beim Einstieg in die Echtzeitpreiswelt zu helfen.

🧭 Wie geht’s weiter?

Ein Blick in die Zukunft zeigt: Deutschlands Energiereise bleibt spannend – mit Chancen und Herausforderungen:

  • 80 % erneuerbarer Strom bis 2030 erfordert einen noch schnelleren Ausbau von Wind- und Solarkraft.
  • Netzflexibilität und Energiespeicherung werden entscheidend sein, um schwankende Einspeisungen auszugleichen.
  • Volatile Strompreise könnten anhalten – beeinflusst durch Gaspreise und steigende Nachfrage (z. B. durch E-Autos und Wärmepumpen).
  • Neue Regulierungen und Marktmechanismen – etwa Kapazitätsmechanismen – werden diskutiert, um langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Auch die Bundestagswahl 2025 könnte Einfluss auf Tempo und Umfang dieser Entwicklungen haben.

🌍 Fazit

Der deutsche Strommarkt steht an einem Wendepunkt: Der Atomausstieg ist vollzogen, die Kohle wird reduziert, und die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien. Die Einführung dynamischer Preise und smarter Zähler ist ein entscheidender Schritt hin zu einem flexiblen, verbraucherorientierten Energiesystem.

Für energiebewusste Verbraucher und Unternehmen eröffnen sich in den kommenden Jahren völlig neue Möglichkeiten: sei es beim Laden von Elektroautos zur richtigen Zeit oder der Optimierung von Produktionsprozessen nach aktuellen Strompreisen – Flexibilität ist der Schlüssel zur grünen Energiewende in Deutschland.



Spitzenzeiten und Nebenzeiten

Deutschland 2024 – Durchschnittlicher stündlicher Großhandelspreis für Strom (EPEX)



Interpretation der Grafik

Stunde Preis €/kWh Kommentar
20 Uhr 0,132 Höchster Preis des Tages (≈ 90 % über dem Tagestief).
19–21 Uhr 0,122 – 0,128 Abendspitzenblock – anhaltend hohe Preise, da Menschen nach Hause kommen, kochen, E-Autos laden, Licht/Heizung einschalten, während die Solarproduktion nachlässt.
08–09 Uhr 0,115 – 0,116 Morgenspitze – die Nachfrage steigt, wenn Haushalte und Industrie hochfahren, aber die Solarproduktion erst langsam beginnt.
14–15 Uhr 0,069–0,070 Tagestief („Solar-Tal“) – reichlich PV-Strom am Mittag drückt die Preise.
01–05 Uhr 0,075 – 0,087 Ruhiger nächtlicher Verbrauch hält die Preise moderat niedrig, aber nicht so niedrig wie zur Mittagszeit.

Was uns die beiden Spitzen verraten

Spitze Nachfrageseitige Treiber Angebotsseitige Treiber Nettoeffekt
Morgen (08‑09 Uhr) • Menschen stehen auf → Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Duschen, Heizung/
• Öffentlicher Verkehr und Industrie starten
• Konventionelle Kraftwerke dominieren noch → langsamer Hochlauf
• Solar noch nicht auf Volllast
Nachfrage steigt schneller als günstiges Angebot → Preisspitze bei ≈ 0,116 €/kWh
Abend (19‑21 Uhr) • Starker Anstieg der Haushaltsnachfrage (Kochen, Unterhaltung, E-Auto-Ladung)
• Gewerbliche Aktivitäten laufen noch aus
• Solarertrag bricht nach Sonnenuntergang ein
• Wind ist variabel; Gas- und Kohlekraftwerke bestimmen den Preis
Knappes Angebot trifft auf zweite Nachfragespitze des Tages → höchste Preise (bis zu 0,132 €/kWh)

Warum das Mittags-Tal tiefer ist als die Nachtstunden

* Großflächige und dezentrale PV-Anlagen speisen zwischen 12 Uhr und 15 Uhr große Mengen Strom mit nahezu null Grenzkosten ein.
* Industrieprozesse mit flexibler Last verlagern ihren Verbrauch zunehmend auf die Mittagszeit.
* Nachts fehlt PV und ein größerer Anteil steuerbarer Kraftwerke (Gas, Kohle, Biomasse) deckt die Grundlast und Systemdienste, was einen höheren Mindestpreis (≈ 0,075–0,087 €/kWh) zur Folge hat.


Folgerungen

Für… Praktische Erkenntnis
Haushalte/E‑Mobilität Wenn Ihr Tarif Spotpreise abbildet, planen Sie energieintensive Tätigkeiten (Spülmaschine, Wäsche, E-Auto-Ladung) für 13‑15 Uhr oder nach Mitternacht statt 18‑21 Uhr; Sie könnten die Energiekosten pro kWh um 40‑50 % gegenüber dem Abendpeak senken.
Industrie & Großspeicher Die \~6 ct/kWh-Spanne zwischen 15 Uhr und 20 Uhr stärkt das Geschäftsmodell für Lastverschiebung, intelligentes Laden und Batteriespeicher-Arbitrage.
Politik & Netzplanung Ständige Abendspitzen zeigen, dass zusätzliche flexible Kapazitäten oder Anreize zur Lastverschiebung nach Sonnenuntergang entscheidend bleiben, während Deutschland mehr solarbasierte Erneuerbare integriert.

Fazit: Die zwei ausgeprägten Spitzen in der Grafik sind ein klassisches „Duck-Curve“-Verhalten in einem solarstarken System: Die Nachfrage steigt am Morgen und noch stärker am frühen Abend, wenn die Solarproduktion wegfällt. Der Mittag bietet nun im Schnitt den günstigsten Strom – ideal für flexiblen Verbrauch.